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"Wir sind hier, um Großes zu erreichen"

Letzte Aktualisierung: 19. Juni 2019

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Kapitän Michael Kraus (TSV Aubstadt) ging wie gewohnt als Leader voran und lieferte den Kuchen an "Geburtstagskind" Sebastian Marx (ATSV Erlangen).

Am Tag nach dem ebenso nervenaufreibenden wie kräftezehrenden 1:0 (1:0)-Auftaktsieg gegen Frankreich beim Finalturnier um den UEFA Regions' Cup richtete sich der Fokus im deutschen Lager auf das zweite Vorrundenspiel der Auswahl des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV) an diesem Donnerstag gegen die Slowakei (14.30 Uhr, Landshut, live auf www.facebook.com/bfvonline - präsentiert von Oddset - Die Sportwette). Zuvor aber gab es erstmal Kuchen. Sebastian Marx vom ATSV Erlangen feierte seinen 23. Geburtstag - die Torte brachte Turnierdirektor Felix Jäckle zum Frühstück, die Teamkollegen stimmten ein "Happy Birthday" an. 





Fieberte beim deutschen Spiel gegen Frankreich auf der Tribüne mit: Rainer Koch, BFV-Präsident und Interims-DFB-Präsident. Foto: Getty/Jan Hetfleisch

Und es mag stellvertretend für diese außergewöhnliche Chemie im deutschen Kader stehen, dass Marx ein breites, ja fast schon verlegenes Grinsen aufsetzte. Beim Auftaktsieg am Abend vorher war der Mittelfranke, den es nach dieser Europameisterschaft der Amateure zum Studium in die USA zieht, nicht zum Einsatz gekommen. Er musste die 90 Minuten von der Bank aus ansehen. "Es ist jetzt nicht so, dass ich damit zufrieden bin. Dann wäre ich hier auch falsch. Ich will spielen und werde weiter Vollgas geben", sagte der Innenverteidiger, "aber jetzt den Kopf hängen zu lassen, wäre das völlig falsche Signal. Wir sind hier, um Großes zu erreichen. Da sind alle Spieler wichtig. Die auf dem Feld und auch die auf der Bank. Diesen Geist leben wir. Und ich bin mir sicher, dass wir das Spiel nicht gewonnen hätten, wären wir nicht dieser eingeschworene Haufen." 

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Die Zuschauer in Kelheim zitterten mit der deutschen Mannschaft und peitschten das Team mit ihrem Applaus an. Foto: Getty/Jan Hetfleisch

Denn gleich die Auftaktpartie vor 577 Zuschauern in Kelheim war für alle Beteiligten eine turbulente Achterbahn der Gefühle - auf und neben dem Feld. Nach 39 Sekunden erzielte Arif Ekin von den Münchner Löwen den Führungstreffer. Es war die rasante Fahrt auf den Gipfel der Freude. "Auch deshalb, weil wir das im Training entsprechend einstudiert hatten, mit diesem Spielzug hinter die Kette der Franzosen zu gelangen", sagte Verbandstrainer Engin Yanova, dessen Stimme gelitten hatte, weil er vor allem gegen Ende der Partie Kommandos im Sekundentakt aufs Feld schickte. Die Franzosen hatten mehr vom Spiel, das ist unbestritten, "aber wir haben erfolgreich Beton angerührt und alles reingehauen", wie es Torschütze Ekin formulierte, aber auch gleich nachschob, "dass das nur die halbe Wahrheit ist, denn wir hatten auch unsere Möglichkeiten, den Sack früher zuzumachen". Sie taten es aber nicht, und weil nach 65 Minuten Kapitän Michael Kraus (TSV Aubstadt) mit Gelb-Rot vom Rasen musste, war die Aufgabe ungemein schwerer. Auf der Achterbahn der Gefühle deutete sich eine Talfahrt an. "Es tut mir furchtbar leid für die Mannschaft, das ärgert mich selbst am meisten. Ich als Kapitän muss vorangehen, aber keineswegs so", sagte Kraus, der damit im Spiel am Donnerstag gegen die Slowakei eine Zwangspause einlegen muss, später: "Dafür muss ich mich entschuldigen. Ich bin den Jungs dankbar, dass sie die Meter für mich mitgegangen sind." 

Mit Auslauf war es auf der Tribüne im Stadion von Kehlheim nichts, BFV-Präsident Rainer Koch und der deutsche Delegationsleiter, BFV-Schatzmeister Jürgen Faltenbacher, fieberten auf ihren Plätzen mit, mit Beine vertreten war da nichts. "Ich hatte zwischendurch Angst um mein Herz", sagte Faltenbacher, "aber ich bin verdammt stolz auf die Mannschaft, die auch zu zehnt alles gegeben hat und am Ende den Vorsprung ins Ziel gebracht hat. Das war ein Auftakt nach Maß, der uns alle weiter vom Titel träumen lässt."
Koch indes mochte vor lauter Spannung in den letzten Minuten bisweilen gar nicht mehr auf den Platz sehen: "Das hat Nerven gekostet. Ich bin aber aus zweierlei Gründen heute sehr glücklich. Logisch, freut sich ein Verbandspräsident, wenn die eigene Mannschaft gewinnt. Noch dazu gegen Frankreich, das viele vor dem Start als Top-Favoriten genannt haben. Glückwunsch, an Engin Yanova und sein Team. Aber ich bin auch stolz auf unsere Vereine und die vielen Helfer des BFV, die am ersten Tag alle vier Partien in Kelheim und Neustadt perfekt organisiert haben. Für uns als BFV geht es auch darum, sich hier als exzellenter Gastgeber zu präsentieren. Ich bin mir sicher, dass der deutsche Sieg zusätzliche Motivation für alle ist, die hier im Einsatz sind."

Wenn es überhaupt eines Belegs bedarf, dass sich die sieben Teams hier beim UEFA Regions' Cup in Bayern wohlfühlen und untereinander ein offenes Miteinander pflegen, dann bot der Mittwochabend den wohl besten Beweis: Nach der Partie zwischen Deutschland und Frankreich saßen beide Teams auf ihren Plätzen im Hotel-Restaurant, als es Kuchen gab. Amaury Tessier hatte schließlich Geburtstag, wurde 26. Zu feiern aber war dem Kicker aus der Normandie zunächst nicht. Dann aber stimmte die BFV-Auswahl von Gegenüber ein "Happy Birthday" an...

 
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