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Traditionsduell am Finaltag der Amateure

Letzte Aktualisierung: 21. Mai 2018





Schweinfurt oder Bayreuth - das ist hier die Frage. Im bayerischen Toto-Pokal-Finale stehen sich am 21. Mai um 14.30 Uhr zwei fränkische Traditionsklubs gegenüber und kämpfen am Finaltag der Amateure vor einem bundesweiten Fernseh-Publikum in der ARD um den Einzug in die lukrative erste Hauptrunde des DFB-Pokals. Auf den Sieger warten dabei nicht nur garantierte Einnahmen von mehr als 100.000 Euro aus der Fernsehvermarktung, sondern auch die Chance auf ein Heimspiel gegen einen Top-Bundesligisten. Die beiden Finalisten im Check.

Schweinfurt will Titel verteidigen

Platz drei in der Regionalliga Bayern, zweitbeste Amateurmannschaft hinter dem TSV 1860 München, in der Liga neun Spiele in Folge ungeschlagen und ein klarer 7:3-Erfolg gegen die SpVgg Oberfranken Bayreuth in der "Generalprobe" für das Toto-Pokal-Finale: Titelverteidiger 1. FC Schweinfurt 05 geht als klarer Favorit in das Endspiel am Finaltag der Amateure. "Wir gehen sicher mit leichten Vorteilen in die Partie, werden den Kontrahenten aus Bayreuth allerdings keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich heißt es nicht umsonst, dass der Pokal seine eigenen Gesetze hat. Wir haben einige Spieler in unseren Reihen, die schon im vergangenen Jahr dabei waren und dadurch wissen, dass es sich für das Erlebnis DFB-Pokal lohnt zu kämpfen. Das gibt uns mit Sicherheit einen zusätzlichen Motivationsschub", erklärt Schweinfurts Präsident Markus Wolf. "Im Finale stehen die Chancen immer 50:50. Wir haben die letzten Spiele positiv gestalten können und sind sehr gut in Form. Meine Spieler wissen, wie schön es ist, in die erste DFB-Pokalrunde einzuziehen und werden dafür wieder alles geben", ergänzt Trainer Gerd Klaus.

Zurück in den DFB-Pokal

Nicht nur in der Liga läuft es für das Team von Trainer Gerd Klaus, das mittelfristig mit einer Rückkehr in den Profi-Fußball liebäugelt. Die Unterfranken haben auch eine nahezu perfekte Pokalsaison gespielt: Lediglich im Achtelfinale musste der Traditionsklub einmal zittern und setzte sich im Unterfranken-Derby beim SV Viktoria Aschaffenburg erst nach Elfmeterschießen mit 7:5 durch. Dafür folgte im Viertelfinale mit dem 2:1-Erfolg gegen den Drittligisten Unterhaching ein dickes Ausrufezeichen. Die beiden Erstrunden-Partien zum Auftakt waren reine Selbstläufer mit klaren Siegen beim TSV Gochsheim (3:0) und beim TSV Aubstadt (5:0). Auch das Halbfinale gegen Ligakonkurrent FC Memmingen war letztlich eine klare Angelegenheit: Mit 4:1 sicherten sich die Schweinfurter die zweite Finalteilnahme in Folge. Und das Ziel ist klar: den Titel verteidigen und erneut das Ticket für die erste Runde im DFB-Pokal lösen. Schließlich winken dort nicht nur garantierte Einnahmen von mehr als 100.000 Euro aus der Fernsehvermarktung, sondern auch die Chance auf ein Heimspiel gegen einen Top-Bundesligisten. Wie es sich anfühlt, auf der ganz großen Fußballbühne zu stehen, wissen die Schweinfurter seit dem Vorjahr: In Runde eins warfen sie den SV Sandhausen aus dem Wettbewerb und sicherten sich das Traumspiel gegen den Vorjahres- und aktuellen Finalisten Eintracht Frankfurt - trotz der 0:4-Niederlage ein einmaliges Erlebnis: "Der Spielstand erzählt nicht die ganze Wahrheit. Der Unterschied war nicht so deutlich, wie das Ergebnis vielleicht vermuten lässt. Wir haben gegen Frankfurt einen engagierten und couragierten Auftritt abgeliefert und können stolz auf unsere Leistung sein", erklärte Schweinfurts Präsident Markus Wolf damals.

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In der Liga behielt der 1. FC Schweinfurt 05 zuletzt klar mit 7:3 die Oberhand über die SpVgg Oberfranken Bayreuth. Foto: foto2press

Bayreuth sinnt auf Revanche für Liga-Pleite

Mit der SpVgg Oberfranken Bayreuth gibt es in diesem Jahr im Toto-Pokal einen Überraschungs-Finalisten, der als Außenseiter in die Partie geht. Schließlich spielten die Oberfranken nicht nur eine durchwachsene Regionalliga-Saison und müssen in die Relegation, auch im Pokal stand das Glück mehr als einmal Pate: Nach dem souveränen Auftritt beim Kreisligisten DJK Falke Nürnberg (5:0) mussten die Oberfranken gleich zweimal ins Elfmeterschießen, behielten dort aber die Oberhand über die DJK Ammerthal (Bayernliga, 5:4) und den VfB Eichstätt (Regionalliga Bayern, 4:1). Aber Schweinfurt sollte die Mannschaft von Trainer Josef Albersinger, der dei Tage vor dem Pokalschlager das Traineramt von Christian Stadler übernahm, nicht auf die leichte Schulter nehmen. Schließlich haben die Altstädter mit dem 2:1-Erfolg gegen den favorisierten TSV 1860 München gezeigt, dass sie sich in der Rolle des Underdogs wohlfühlen und immer für eine Überraschung gut sind. Ein weiterer Warnschuss folgte im Halbfinale: Gegen den Ligakonkurrenten TSV 1860 Rosenheim stand am Ende ein klarer 3:0-Erfolg. Vor heimischer Kulisse soll jetzt die Krönung und der Einzug in den DFB-Pokal folgen. Zumal die Bayreuther nach der schmerzlichen 3:7-Klatsche zuletzt in der Liga noch eine Rechnung mit Schweinfurt zu begleichen haben. Für die Gastgeber ist es im Übrigen die zweite Endspiel-Teilnahme. Bereits 2006 standen die Oberfranken im bayerischen Pokalfinale, mussten sich aber damals bei der TSG Thannhausen mit 1:2 geschlagen geben. Ein Sieg wäre nicht nur der größte Vereinserfolg seit vielen Jahren, sondern auch Motivationsspritze für den anstehenden Kampf um den Klassenerhalt.

"Die Mannschaft kann richtig guten Fußball spielen, das hat sie schon oft gezeigt. In den kommenden Spielen erwarte ich auch, dass die Jungs das wieder zeigen wollen. Im Pokal lastet der Druck eher auf Schweinfurt. Sie haben in den letzten Wochen eigentlich nur auf dieses Spiel hingearbeitet" erklärt Bayreuths Coach Josef Albersinger.

ARD zeigt 21 Landespokal-Endspiele in einer Livekonferenz

Die ARD beginnt ihre Livekonferenz der Landespokalendspiele am Pfingstmontag, 21. Mai, um 12.15 Uhr aus dem Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig. Um 12.30 Uhr werden die ersten sieben Spiele angepfiffen. Die weiteren Anstoßzeitpunkte sind 14.30 Uhr und 17 Uhr, auch hier sind jeweils sieben Partien vorgesehen. Das Toto-Finale SpVgg Oberfranken Bayreuth gegen 1. FC Schweinfurt 05 wird um 14.30 Uhr angepfiffen und ist in voller Länge auch im Online-Stream des Bayerischen Rundfunks zu sehen. Zweites Ankerstadion neben Leipzig ist für die ARD das Stadion Niederrhein in Oberhausen.

Zum dritten Mal überträgt das Erste die Endspiele der Landespokale in einer großen Livekonferenz, zum ersten Mal sind alle 21 Landesverbände beim Finaltag vertreten. Die Landespokalgewinner sind für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals in der nächsten Saison qualifiziert.

Koch: "Feiertag für den Amateurfußball"

Dr. Rainer Koch, 1. DFB-Vizepräsident Amateure, sagt: "Wir können uns schon heute auf den Pfingstmontag freuen, es ist ein echter Feiertag für den Amateurfußball hierzulande. Bereits im dritten Jahr hintereinander zeigt die ARD fast acht Stunden Amateurfußball live. Das Format mit der Übertragung aller Landespokalendspiele hat sich etabliert und verspricht wieder tolle Duelle mit vielen namhaften Traditionsmannschaften und dem typischen Pokalcharakter."

Duelle namhafter Traditionsklubs

Der Finaltag 2018 bietet erneut eine bunte Mischung aus reinen Amateurbegegnungen wie FC 08 Villingen gegen SV Linx (Südbaden) und Duellen namhafter Traditionsklubs wie Rot-Weiß Oberhausen gegen Rot-Weiss Essen (Niederrhein). Das Saarland freut sich auf die Begegnung der Regionalliga-Spitzenklubs SV 07 Elversberg und 1. FC Saarbrücken, in Bayern kommt es zum Finale der früheren Zweitligisten SpVgg Oberfranken Bayreuth und 1. FC Schweinfurt 05, in Brandenburg wartet auf den FC Energie Cottbus, DFB-Pokal-Finalist von 1997, der Ex-Zweitligist SV Babelsberg 03.

Die Landespokalendspiele in der Übersicht:

12.30 Uhr:
Sachsen: BSG Chemie Leipzig - FC Oberlausitz Neugersdorf
Niedersachsen: SSV Jeddeloh II - Spvgg. Drochtersen/Assel
Baden: 1. CfR Pforzheim - Karlsruher SC
Rheinland: TuS Koblenz - TuS Rot-Weiß Koblenz
Hamburg: Niendorfer TSV - TuS Dassendorf
Südwest: VfR Wormatia Worms - SV Alemannia Waldalgesheim
Sachsen-Anhalt: 1. FC Lok Stendal - 1. FC Magdeburg

14.30 Uhr:
Westfalen: TuS Erndtebrück - SC Paderborn 07
Bremen: Blumenthaler SV - BSC Hastedt
Bayern: SpVgg Oberfranken Bayreuth - 1. FC Schweinfurt 05
Mecklenburg-Vorpommern: Torgelower FC Greif/F.C. Hansa Rostock - TSV Bützow/FC Mecklenburg Schwerin
Thüringen: BSG Wismut Gera - FC Carl Zeiss Jena
Südbaden: FC 08 Villingen - SV Linx
Schleswig-Holstein: Husumer SV - SC Weiche Flensburg 08

17 Uhr:
Niederrhein: Rot-Weiß Oberhausen - Rot-Weiss Essen
Brandenburg: SV Babelsberg 03 - FC Energie Cottbus
Hessen: TSV Steinbach - KSV Hessen Kassel
Berlin: BFC Dynamo - Berliner SC
Saarland: SV 07 Elversberg - 1. FC Saarbrücken
Württemberg: TSV Ilshofen - SSV Ulm 1846 Fußball
Mittelrhein: TSV Alemannia Aachen - FC Viktoria Köln/Fortuna Köln

 
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