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Bayernliga Süd 2018/19: Winterfazit

Letzte Aktualisierung: 26. Dezember 2018

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Dass der SV Türkgücü-Ataspor München kein normaler Aufsteiger in der Bayernliga Süd sein würde, war angesichts des namhaften Kaders mit vielen gestandenen Spielern schon vor der Saison klar. Der Vorstand machte auch kein Geheimnis daraus, dass sich der Verein möglichst zur Spielzeit 2020/21 in der Regionalliga Bayern sieht. Nun aber bietet sich die Aufstiegschance bereits in dieser Saison, denn der Neuling steht als unangefochtener Spitzenreiter der Süd-Staffel vor dem Durchmarsch.
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Der SV Türkgücü-Ataspor München ist auf dem besten Weg, in die Regionalliga Bayern aufzusteigen. Foto: SV Türkgücü-Ataspor München

Türkgücü-Coach Pummer: "Müssen gut aus den Startlöchern kommen!"

Zehn Punkte trennen die Münchner und den Tabellenzweiten SV Pullach, der allerdings bisher eine Begegnung weniger absolviert hat. Es wäre bei der Konstanz des Tabellenführers allerdings schon eine Überraschung, wenn er sich den direkten Aufstieg noch nehmen lassen würde. "Wenn wir nicht Meister werden würden, wäre es auch eine Enttäuschung. Wir hatten uns einen solchen Vorsprung zu Weihnachten gewünscht, ihn aber nicht erwartet", sagt Andi Pummer, Trainer des Spitzenreiters, der seine Mannschaft aber noch nicht am Ziel sieht: "Wir müssen bei einem schwierigen Auftaktprogramm gut aus den Startlöchern kommen, fokussiert bleiben und dürfen nach der Winterpause kein Prozent weniger geben. In der Vorbereitung werden wir im Fitnessbereich ordentlich arbeiten, um im Sommer einen Grund zum Feiern zu haben."

Die zweitplatzierten Pullacher würden wegen der fehlenden Infrastruktur wohl erneut auf den möglichen Sprung Regionalliga Bayern verzichten. Kleiner werden die Ziele der Mannschaft von Trainer Frank Schmöller aber trotzdem nicht. In der Winterpause verstärkt sich der SVP mit Rückkehrer Menelik "Chaka" Ngu'Ewodo, der schon von September 2015 bis November 2016 für die "Raben" stürmte und in 46 Spielen 28 Tore erzielte. "Wir wollen mindestens wieder Vizemeister werden", sagt Pullachs Manager Theo Liedl.

Kottern überrascht, Jahn II, Rain und Dachau in Schlagdistanz

Eine Überraschung ist das bisherige Abschneiden des TSV 1874 Kottern (38 Punkte), dem wohl die wenigsten Experten den dritten Platz zur Winterpause zugetraut hätten. Der von Esad Kahric trainierte TSV gehört aber nicht zufällig zu den Kandidaten, die um den Aufstieg mitspielen. Kottern ist in dieser Saison zu Hause noch ungeschlagen und sicherte sich in den Heimspielen gegen die beiden Spitzenmannschaften Türkgücü-Ataspor München (2:1) und Pullach (1:0) sechs Punkte. Der Rückstand zum zweiten Platz beträgt zwei Zähler.

Hoffnung auf den Relegationsplatz zur Regionalliga Bayern dürfen sich aber auch mindestens noch drei weitere Vereine machen. Die viertplatzierte U21 des SSV Jahn Regensburg (36) stellt mit 48 Toren die beste Offensive der Staffel. Der TSV Rain/Lech (34) und der TSV 1865 Dachau (31) befinden sich ebenfalls in Schlagdistanz. "Nach der Winterpause greifen wir noch einmal an", kündigt Rains Trainer Daniel Schneider an und gibt sich im Aufstiegsrennen noch nicht geschlagen.

Der TSV Schwabmünchen (29) rangiert zum Jahreswechsel auf dem siebten Platz, obwohl er bis zum 9. Spieltag noch Tabellenführer war. Aber eine zwischenzeitliche Negativserie von sechs Spielen ohne Sieg konnte auch Stürmer Phillip Schmid nicht verhindern, der mit 16 Saisontreffern die Torjägerliste der Bayernliga Süd anführt. Der SV Kirchanschöring, der sich im Dezember mit Rückkehrer Manuel Omelanowsky vom SV Wacker Burghausen verstärkte, fühlt sich im Tabellenmittelfeld als Achter wohl. "Wir wollen uns langfristig in der Bayernliga etablieren", sagt SVK-Trainer Michael Kostner.

Stadler haucht Vilzing neues Leben ein

In einer guten Verfassung ging die schlecht gestartete DJK Vilzing (27) in die Winterpause. Seitdem Christian Stadler die Mannschaft trainiert, sammelte das Team 22 Punkte in zehn Spielen und kletterte aus der Gefahrenzone bis auf Rang zehn. Aus dem Abstiegskampf hat sich die DJK damit aber noch längst nicht verabschiedet, zu ausgeglichen ist die Süd-Staffel besetzt. Vilzing und auch Aufsteiger TSV 1861 Nördlingen haben ein Polster von drei Zählern zur Relegationszone. Die SpVgg Hankofen-Hailing zwei Punkte und der 1. FC Sonthofen als 13.der Tabelle noch einen.

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Seit Christian Stadler an der Seitenlinie steht, läuft's bei der DJK Vilzing. Foto: SpVgg Bayreuth

Die beste Chance, nach der Winterpause aus eigener Kraft das "rettende Ufer" zu erreichen, hat der Viertletzte TSV Schwaben Augsburg (24). Für einen Höhepunkt der bisherigen Saison sorgte Augsburgs Torwart Tobias Antoni, der beim 2:1 am 22. Spieltag gegen Nördlingen gleich drei Elfmeter parierte. "Als Elfmeterkiller bin ich eigentlich nicht bekannt", sagt der 28-Jährige, der jedoch sonst nicht auf eine zufriedenstellende Saison zurückschaut: "Sie lief nicht so, wie wir sie uns vorgestellt haben. Den Start haben wir verschlafen, sind immer weiter in der Tabelle abgerutscht. Die vier Punkte vor der Winterpause haben uns aber gutgetan, weil wir wieder in Schlagdistanz sind."

Hinter den "Schwabenrittern" liegen der FC Ismaning (20 Zähler), Regionalliga-Absteiger FC Unterföhring (17) und der abgeschlagene Letzte TuS Holzkirchen (sechs). Jens Eckl aus dem Trainerteam des TuS sagt: "Wir werden in Ruhe überlegen, welche Veränderungen nötig sind, wollen an einem Holzkirchner Modell mit mehr Spielern aus dem Umkreis basteln", kündigt Eckl an.

Die Fakten der Bayernliga Süd bis zur Winterpause

Türkgücü-Ataspor einsam an der Spitze: Bei zehn Punkten Vorsprung auf den zweitplatzierten SV Pullach ist es nicht verwunderlich, dass Tabellenführer SV Türkgücü-Ataspor München bislang die meisten Siege eingefahren hat. 16 Mal ging der Aufsteiger als Gewinner vom Platz. Pullach setzte sich in 13 Begegnungen durch, der Dritte TSV 1874 Kottern sicherte sich elf Siege. Der TuS Holzkirchen kann von solchen Zahlen nur träumen. Das Schlusslicht gewann eine von 21 Begegnungen. Der Vorletzte FC Unterföhring punktete bisher viermal dreifach, der Drittletzte FC Ismaning fünfmal. Remis-Könige sind der TSV Rain/Lech und der SV Kirchanschöring mit jeweils sieben Unentschieden.

Zu Hause ungeschlagen: Sowohl der SV Türkgücü-Ataspor München als auch der TSV 1874 Kottern gingen ohne Heimniederlage in die Winterpause. Die Münchner holten aus elf Partien 31 Punkte, Kottern kam in zehn Heimspielen auf 28 Zähler. Der SV Pullach sicherte sich vor eigenem Publikum 25 Punkte. Die heimschwächsten Mannschaften sind die DJK Vilzing, der FC Unterföhring (beide zehn Zähler) und der TuS Holzkirchen (sechs).

Auswärtsstärke: Vor den eigenen Fans hat die DJK Vilzing ihre Probleme, doch in der Fremde gehört die Mannschaft mit 17 gesammelten Punkten gemeinsam mit dem SSV Jahn Regensburg II und dem TSV Rain/Lech zu den auswärtsstärksten Teams der Liga. Mit 19 Zählern schnitt nur der Ligaprimus SV Türkgücü-Ataspor München besser ab. Noch ohne Auswärtszähler ist der TuS Holzkirchen. Der TSV 1861 Nördlingen fuhr in der Fremde bisher fünf Punkte ein. Der TSV Schwaben Augsburg, der FC Unterföhring und der 1. FC Sonthofen kommen auf jeweils sieben Zähler.

Tore, Tore, Tore: In 175 Begegnungen fielen bislang 588 Tore (im Schnitt 3,4 Tore pro Spiel). 336 erzielten davon die Heimmannschaften. 252 Treffer gingen auf das Konto der Gästeteams.

Top-Torjäger: Phillip Schmid vom TSV Schwabmünchen liegt mit 16 Treffern an der Spitze der Torjägerliste. Er hat vier Tore Vorsprung auf den zweitplatzierten Kevin Haug vom 1. FC Sonthofen. Elfmal trafen in dieser Saison bislang Christian Doll (TSV 1865 Dachau), Lukas Dotzler (SV Pullach) und Ugur Türk (TSV 1860 München II).

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hillip Schmid vom TSV Schwabmünchen liegt mit 16 Treffern an der Spitze der Torjägerliste.

Regensburg in Torlaune: Nicht etwa das Spitzentrio mit dem SV Türkgücü-Ataspor München, SV Pullach (beide 38) und TSV 1874 Kottern (35) zeigte sich bisher am häufigsten in Torlaune. Der viertplatzierte SSV Jahn Regensburg II durfte bis zur Winterpause 48 Mal jubeln - das ist der Bestwert in der Bayernliga Süd. Jeweils 43 Tore erzielten der TSV Rain/Lech und der TSV Schwabmünchen. Die wenigsten Treffer markierten - wenig überraschend - drei Vereine aus der Abstiegszone: Der TSV Schwaben Augsburg (25), TuS Holzkirchen (23) und FC Unterföhring (20).

Defensivkünstler und Schießbuden: Mit 65 Gegentoren stellt Schlusslicht TuS Holzkirchen die mit Abstand schwächste Defensive der Süd-Staffel. Der TSV 1861 Nördlingen folgt mit 44 Gegentreffern, beim 1. FC Sonthofen waren es 43. Wie es sich für einen Tabellenführer gehört, verfügt der SV Türkgücü-Ataspor München über die beste Abwehr. Erst zwölf Tore musste der Ligaprimus hinnehmen. Der TSV 1874 Kottern kassierte bisher 24 Gegentore, der SV Pullach 28.

8:1-Kantersieg: Am 22. und letzten Spieltag vor der Winterpause ereignete sich die bislang torreichste Partie der Bayernliga Süd. Der TSV Schwabmünchen gewann 8:1 gegen den TuS Holzkirchen. Acht Treffer fielen bereits am 1. Spieltag in der Begegnung zwischen Holzkirchen und dem SV Kirchanschöring (1:7). Am 6. Spieltag setzte sich der SSV Jahn Regensburg II gegen den TSV 1861 Nördlingen 6:2 durch, ebenso wie der FC Ismaning am 12. Spieltag gegen Holzkirchen. Die U 21 des TSV 1860 München fuhr mit dem 8:0 am 13. Spieltag in Nördlingen den höchsten Auswärtssieg ein. 5:0-Heimsiege gab es jeweils in den Partien TSV 1865 Dachau gegen Kirchanschöring am 14. Spieltag, 1. FC Sonthofen gegen Dachau am 15. Spieltag und TSV Rain/Lech gegen Holzkirchen im Rahmen der 20. Runde.

Serientäter: 19 Spiele dauerte der Negativlauf des TuS Holzkirchen, darunter einmal acht Niederlagen in Folge, bis das Schlusslicht den ersten (und bislang einzigen) Saisonsieg einfuhr. Die DJK Vilzing und der FC Ismaning mussten in dieser Spielzeit schon jeweils neun Partien auf einen Dreier warten. Vilzing kassierte in dieser Negativphase sieben Niederlagen hintereinander. Danach aber startete die DJK eine Aufholjagd, ist vor der Winterpause in zehn Begegnungen ungeschlagen geblieben. Dies schaffte ansonsten bislang auch nur der TSV 1874 Kottern. Der SV Türkgücü-Ataspor München sicherte sich in der Phase von acht Partien ohne Niederlage sieben Siege in Serie -Ligabestwert. Vier Dreier am Stück schafften der SV Pullach, der TSV Schwabmünchen, der SV Kirchanschöring und der TSV 1860 München II.

Trainerwechsel: Bei vier von 17 Vereinen stand zum Ende des Jahres ein anderer Trainer als zum Saisonstart an der Seitenlinie. Bei der schwach gestarteten DJK Vilzing musste Uli Karmann als erster Trainer der Bayernliga Süd mit vier Punkten aus sieben Partien seinen Stuhl räumen. Für ihn verpflichtete die DJK kurz darauf Christian Stadler. Nach acht Spielen ohne Sieg trennte sich der FC Ismaning von Rainer Elfinger. Der bisherige Co-Trainer Mijo Stijepic wurde zum Nachfolger befördert und soll beim Drittletzten mindestens bis zum Saisonende im Amt bleiben. Karl Schreitmüller gab sein Amt beim TSV Rain/Lech Ende September auf, der bisherige Co-Trainer Daniel Schneider übernahm beim Tabellenfünften. Auch Schlusslicht TuS Holzkirchen zog die Reißleine und stellte den glücklosen Sebastian Pummer nach elf Begegnungen ohne Dreier für Thomas Siegmund frei.

Dauerbrenner: Keine einzige Minute in 21 Begegnungen verpassten die Schlussleute Issa Ndiaye (SV Türkgücü-Ataspor München) und Max Putz (DJK Vilzing). Dennis Dressel (TSV 1860 München II), Christoph Rech (SV Türkgücü-Ataspor München), Florian Lamprecht und Felix Käser (beide TSV Nördlingen) standen jeweils maximale 1890 Minuten als Feldspieler auf dem Platz.

Rotsünder: In den 175 absolvierten Partien zeigten die Schiedsrichter 19 Rote Karten und 27 Gelb-Rote Karten. Ugur Türk (TSV 1860 München II) ist der einzige Spieler der Staffel, der zweimal Rote Karten sah. Zweimal die "Ampelkarte" gab es für Matthias Wallner (TSV Schwaben Augsburg). Jeweils einmal Rot und Gelb-Rot sahen Matthias Lazar (SpVgg Hankofen-Hailing), Jakob Zitzelsberger (SSV Jahn Regensburg II) und Daniel Muteba (SV Kirchanschöring).

Nachholspiel: Vom 18. Spieltag: TSV Schwabmünchen - TSV 1865 Dachau (noch nicht terminiert).

BFV/mspw

 
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