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"Paradebeispiel für Fairplay"

Letzte Aktualisierung: 15. Juli 2016

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Münchens Kreisvorsitzender Bernhard Slawinski überreichte die Urkunde an Oberföhrings Vorstand Ulrich Oesterle.

Ulrich Oesterle, Vorstand des FC Rot-Weiß Oberföhring, ist für sein vorbildliches Verhalten vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) als bayerischer Fairplay-Monatssieger im Juni ausgezeichnet worden. Mit einem Sieg am letzten Spieltag der Münchner Kreisklasse 5 im Heimspiel gegen den FC Dreistern Neutrudering wäre die Meisterschaft seiner Mannschaft perfekt gewesen. Alles war organisiert, die Mannschaft hatte sich perfekt auf das Spiel vorbereitet und legte einen unbedingten Siegeswillen an den Tag. Die Begegnung lief letztlich aber anders, als geplant. Bis kurz vor Spielende stand es 1:1. In der 94. Minute dann die vermeintliche Erlösung, als der Ball nach einem Sturmlauf der Oberföhringer kurz hinter der gegnerischen Torlinie war. Doch der Jubel der Gastgeber erstarb urplötzlich, als Schiedsrichter Taner Güven nach Rücksprache mit dem gegnerischen Schlussmann dem Treffer die Anerkennung verweigerte. Es blieb beim 1:1 und der Titel ging an den SV Akgüney Spor München, der seine Partie gegen den SV Gartenstadt Trudering mit 8:1 gewann.

Unglückliche Schiedsrichter-Entscheidung

Nach dem Spiel bestätigten mehrere neutrale Zuschauer dem unglücklichen Unparteiischen, dass der Ball wirklich hinter der Linie war. Vom schlechten Gewissen geplagt saß der Schiedsrichter in der Kabine und konnte nicht fassen, dass ihm ein so folgenschwerer Fehler unterlaufen war. Als der Schiedsrichter nach einer Stunde noch immer in seiner Kabine saß, suchte ihn der Oberföhringer Vorstand UIrich Oesterle auf. Eigentlich hätte der Vorstand den Trost verdient gehabt, den er nun dem Schiedsrichter spendete. "Wir sind natürlich sehr enttäuscht, aber Du konntest es nicht sehen. Bleib hier bei uns, Du bist eingeladen!", so der fürsorgliche Vereinsfunktionär.

Gemeinsame Feier, statt bitterer Vorwürfe

Die Verantwortlichen des FC RW Oberföhring hatten für die geplante Meisterfeier fürstlich eingekauft, vergaßen bei aller Enttäuschung aber nicht den Fairplay-Gedanken. Die geplatzte Meisterfeier wurde kurzerhand zum gemeinsamen Saisonabschluss. "Wirklich alle haben es eingesehen, dass ich nicht auf Verdacht auf Tor entscheiden kann, wenn ich mir nicht zu 100 Prozent sicher bin", so Referee Taner Güven. "Die meisten waren zwar der Meinung, dass der gegnerische Torhüter bemerkt haben musste, dass der Ball hinter der Linie war, aber sie fanden sich unglaublich tapfer mit den Gegebenheiten ab!"

Nachdem auch die anschließende Relegationsrunde nicht vom nötigen Glück geprägt war, bleibt Oberföhring keine andere Möglichkeit, als in der neuen Saison wieder anzugreifen und mit erhobenem Haupt um den Aufstieg in die Kreisliga zu kämpfen.

Vorbildliches Verhalten Paradebeispiel für Fairplay-Gedanken

Während des jährlich stattfinden Sommerfestes des Vereins konnte Münchens Kreisvorsitzender Bernhard Slawinski den Schmerz nun "etwas lindern". Vor zahlreichen Mitgliedern, Förderern, Eltern und Spielern aller Altersklassen zeichnete er Vorstand Ulrich Oesterle, stellvertretend für den gesamten Verein, als "Fairplay Monatssieger" aus. "Ich kann nachvollziehen, wie Ihr euch gefühlt habt und es hat mir selbst unglaublich Leid getan, als ich erfuhr, wie sich das alles zugetragen hat", so der BFV-Funktionär. "Genau deshalb ist euer vorbildliches Verhalten ein Paradebeispiel für Fairplay und Fairness in ganz Bayern!"

"Fair ist mehr" ist eine gemeinsame Aktion des DFB und seiner Landesverbände. Als Monatssieger hat Ulrich Oesterle nun die zusätzliche Chance, als BFV-Landessieger 2016 gekürt zu werden. Am Rundenende wird aus den monatlichen Gewinnern ein bayerischer Jahressieger gewählt und für die Fairplay-Medaille des DFB nominiert. Faire Aktionen werden durch die Schiedsrichter via Elektronischer Spielbericht erfasst. Darüber hinaus können Vereine und Fans besondere Gesten ihrem zuständigen Spielleiter melden oder per E-Mail an die verantwortliche Bezirksgeschäftsstelle in Würzburg (bezirk.ufr@bfv.de) oder an fair-play@bfv.de senden.

 

 
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